Berlin Touristen entdecken die Kieze für sich
Jedes Jahr hat Berlin einen Besucherrekord zu verzeichnen. Allein im ersten halben Jahr 2010 besuchten mehr als 4 Millionen Touristen in die Spree-Metropole. Damit kann Berlin mit Städten wie London und Paris mithalten und belegt den 3.Platz. Dabei werden von den Touristen nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten besichtig, sonders sie verlaufen sich immer in größerer Anzahl in die Kieze. Wenn man das Treiben aufmerksam beobachtet lässt sich diese Entwicklung genau beobachten: Abends ist die U-Bahn voll mit Touristen, überall wo man hinschaut, sind Reiseführer zu erkennen. Die Cafés sind gut besucht von Nicht-Berlinern! Das seien nur wenige Beispiele.
Natürlich ist der Reiz der 90er Jahre verschwunden. Aber die Überreste der Berliner Mauer sind immer noch ein großer Touristenmagnet, aber auch die vielen alternativen Läden, Clubs und Galerien. Ein Hostel nach dem Anderen entsteht.
Doch die vielen Touristen sorgen auch für Ärger. In vielen Reiseführer wird die Admiralsbrücke am Landwehrkanal als idealer Standort erwähnt, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Die Massen an Touristen verursacht Lärm und die Anwohner sind verärgert. Auch dass die Besucher die Rad-und Fußwege stört so manchen Berliner, zeigt aber auch nur, dass Berlin gefragt ist. Die Bergmannstraße in Kreuzberg wird auch von den Touristen entdeckt. Eine Gastronomin berichtete, dass es vor einigen Tagen in ihrer Straße so voll war, dass sie dachte, eine Demo würde hier stattfinden. Die Szeneviertel in Friedrichshain sind genauso angesagt. Durch den Wandel verschwinden allerdings immer mehr Läden des täglichen Bedarfs, kreidete ein Anwohner nahe der Oberbaumbrücke an. Alles passe sich den Touristenströmen an, die Tag für Tag hier durchziehen.
In Zukunft wird sich an diesem Zustand nicht viel ändern. Denn jedes Jahr besuchen mehr Touristen Berlin.
